Der Begriff Co-Abhängigkeit (sog. Cosucht) existiert schon über 40 Jahre und galt ursprünglich für (Ehe-)Partner von Alkoholikern. Im Laufe der Jahre stellte sich aber heraus:

Jeder Mensch, der in einer dysfunktionalen Familie aufgewachsen ist oder einen suchtkranken Elternteil hatte, ist höchstwahrscheinlich co-abhängig.

Symptome, die Co-Abhängige beschreiben und ausmachen, kommen öfter vor, als ursprünglich angenommen. Genau wie Alkoholismus, ist Co-Abhängigkeit eine Sucht, die sich im fortschreitenden Prozess verschlimmert, wenn nicht richtig mit ihr umgegangen wird.

Die gute Nachricht: Co-Abhängigkeit lässt sich ohne bleibende Schäden kurieren, sie ist quasi umkehrbar. In der Medizin und Psychologie nennt man diesen Prozess Reversibilität.

Wenn du bereits mit dem Gedanken spielst, dass Co-Abhängigkeit auf dich zutreffen könnte, wird dir die folgende Auflistung Klarheit bringen. Es müssen übrigens nicht alle auf dich zutreffen, um als co-abhängig zu gelten.

1. Du hast ein geringes Selbstwertgefühl

Das Gefühl, nicht gut genug zu sein oder sich ständig mit anderen zu vergleichen, ist ein Zeichen von geringer Selbstachtung. Die Anerkennung anderer ist dir wichtig und folglich auch das, was andere von dir denken. Du machst es ihnen immer recht und stellst im Gegenzug deine eigenen Ansprüche und Wünsche in den Hintergrund.

Sowohl dir selbst als auch anderen musst du ständig etwas beweisen. Wenn du etwas nicht perfekt machst, hast du das Gefühl versagt zu haben. Du zweifelst öfter an deinen Fähigkeiten und versuchst, deine Fehler und Schwächen vor anderen zu verbergen.

Der Selbstwert ist die Bewertung, die man von sich selbst hat.

Ein geringes Selbstwertgefühl heißt, sich selbst abzulehnen und wenig Selbstvertrauen zu besitzen.

Dahinter verbergen sich meistens tiefe Scham- und Schuldgefühle. Die Ursache dafür führt zurück in die Kindheit: Die Erfahrungen im Elternhaus, in der Schule oder mit Gleichaltrigen können den Eindruck vermittelt haben, dass wir – so wie wir sind – nicht in Ordnung waren.

Ein geringes Selbstwertgefühl ist wie eine Fahrt durch das Leben mit gezogener Handbremse. – Maxwell Maltz

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2. Du möchtest um jeden Preis anderen Menschen gefallen

Es ist normal und verständlich, anderen Menschen gefallen zu wollen. An deinem Bedürfnis von allen gemocht und geliebt zu werden, ist nichts falsch. Gefährlich wird es, wenn daraus ein Zwang wird.

Das Problem bei Co-Abhängigen ist, dass sie von allen um jeden Preis gemocht und positiv bewertet werden wollen. Ihr Selbstwertgefühl ist völlig von anderen Menschen abhängig. Ohne die Wertschätzung anderer fühlen sich Cosüchtige wertlos und unglücklich.

Dies führt zu einer endlosen Jagd nach Liebe und Anerkennung, wodurch du dich ständig für andere aufopferst. Du löst ihre Probleme und kümmerst dich um ihre Bedürfnisse. Du meinst es damit nur gut, denn du hilfst gerne und möchtest nett sein.

Aber wofür du dann taub wirst, sind deine eigenen Interessen und Sehnsüchte.

Du wirst Meister darin, sie zu ignorieren und links liegen zu lassen, da sie unbedeutend erscheinen. Oder zumindest empfindest du die Bedürfnisse der anderen für wichtiger.

Die Forderung, von allen gemocht und geschätzt zu werden, führt oft zu Enttäuschungen. In dem Wort Enttäuschung steckt das Wort „Täuschung“ – und du täuschst dich, wenn du davon ausgehst, dass dich jeder Mensch mag. Bei über 7,6 Milliarden Menschen auf der Welt ist das schlichtweg nicht möglich.

Andere Menschen sind auch nicht immer bereit oder in der Lage, uns zu lieben. Besonders nicht auf die Art und Weise, wie wir es uns wünschen.

Dahinter steckt der tief verankerte Glaubenssatz, nicht liebenswert zu sein.

Konnten unsere Eltern in unserer Kindheit das Bedürfnis nach Liebe und Zuwendung nicht ausreichend befriedigen, bleiben wir auch als Erwachsene ständig auf der Suche danach. Mit der Bestätigung durch andere versuchen wir, das Gefühl nicht liebenswert zu sein, zu überwinden.

Der Psychologe und Autor Robert Betz geht davon aus, dass Glaubenssätze wie „Ich bin nicht gut genug.“ oder „Ich bin nicht wertvoll.“ auf etwa 90% der Menschen zutrifft.

Stress, Angst und Depression entstehen, wenn wir leben, um es anderen recht zu machen. – Paulo Cohelho

3. Du kannst nur schlecht Grenzen setzen

Eine Grenze schafft persönlichen Raum und ist eine imaginäre Linie zwischen dir und anderen.

Sie teilt auf, was dir und anderen gehört und zwar nicht nur in Bezug auf Geld oder Besitz. Eine Grenze bezieht sich auch auf Gefühle, Gedanken und Bedürfnisse und besagt „bis hier hin und nicht weiter“.

Damit schützt du dich vor Demütigung, Vernachlässigung, psychischer Gewalt und anderen Formen der Grenzüberschreitung.

Cosüchtige haben enorme Schwierigkeiten damit, Grenzen zu setzen. Dies hängt sehr stark mit dem Bedürfnis nach Anerkennung zusammen. Es fällt ihnen schwer, „Nein“ zu sagen. Deshalb sagen sie, aus tiefer Angst von anderen abgelehnt zu werden, lieber „Ja“.

Ihr Schwachpunkt: Sie fühlen sich für die Gefühle und Probleme anderer Menschen verantwortlich.

Grenzen sie sich davon ab, fühlen sie sich schuldig. Mit dem Setzen von Grenzen befürchten sie, als rücksichtslose Egoisten zu gelten. Dies gefährdet wiederum den tiefen Wunsch nach Verbundenheit und Nähe.

Sie stecken also lieber zurück und bewahren sich die Selbstlosigkeit. Sie schaden sich lieber selbst, als anderen Menschen ihren Beistand zu entziehen.

Das Durchsetzen von Grenzen fällt Co-Abhängigen schwer, da sie sich selbst nicht wichtig genug nehmen. Aufgrund ihres niedrigen Selbstwertgefühls sind sie nicht in der Lage, für sich selbst einzustehen.

Die Grenze, die du weisheitsvoll dir fügst, behütet dich, dass du dich selbst belügst. – Erich Limpach

4. Du bist ein hochsensibler Mensch

Cosüchtige orientieren sich stark an ihrem Umfeld und reagieren auf die Gefühle und Gedanken anderer sehr sensibel. Die Emotionen anderer Menschen saugen sie auf wie einen Schwamm. Negative Gefühle wie Wut, Verzweiflung oder Trauer können die Stimmung sofort herunterziehen.

Du bist empfindlicher als die meisten Menschen und nimmst Dinge schnell mal persönlich. Wird etwas gesagt, was nicht deiner Meinung entspricht, fühlst du dich ungerecht behandelt und reagierst mit Verteidigung. Oder du bist dann so stark verunsichert, dass du dem gesagten uneingeschränkt Glauben schenkst.

Mit unerwarteten Veränderungen kannst du nicht stressfrei umgehen und Streitereien oder Konflikte machen dir stark zu schaffen.

Die Gefühle anderer können somit zur Last werden, wenn du dich nicht genügend von ihnen abgrenzen kannst. Dein Tag kann dann schnell zu einer emotionalen Achterbahnfahrt werden.

Verwundbarkeit: deutsches Wort für Sensibilität. – Werner Mitsch

5. Deine Mission lautet: Sich sorgen, kümmern & helfen

Es ist eine gute Sache, wenn du anderen Menschen hilfst, die deine Unterstützung benötigen. Und ganz natürlich, wenn es sich dabei um einen suchtkranken Menschen innerhalb der Familie handelt.

Es steht außer Frage: Alkoholiker, die mit ihrer Sucht kämpfen, sind auf den Rückhalt ihrer Familie angewiesen.

Problematisch wird das Helfen aber, wenn du deinen eigenen seelischen und körperlichen Bedürfnissen keine Beachtung mehr schenkst. Oder dem Hilfsbedürftigen überbehütest, indem du wie selbstverständlich seine Verpflichtungen übernimmst. Als auch, ihm deine Hilfe in Form von „Gut zureden“ oder „Belehrungen“ aufzuzwingen, obwohl er sie nicht möchte.

Dieses sog. „Helfersyndrom“ betrifft Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl und ist typisch für Co-Abhängigkeit. Co-Abhängige vernachlässigen ihre eigenen Wünsche und Ziele. Sie opfern sich auf, was sie im gleichen Augenblick völlig überfordert und erschöpft.

Das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen stimmt einfach nicht – Sie geben immer mehr, als sie bekommen. Von demjenigen, dem sie helfen, wird entsprechende Dankbarkeit erwartet, die ihnen die benötigte Bestätigung und Anerkennung schenkt.

Sie sind von der Wertschätzung der anderen abhängig und fühlen sich nur dann liebenswert und gut, wenn sie sich für andere Menschen engagieren und einsetzen. Meistens wurde in der Kindheit das Gefühl vermittelt, dass sie für die Gefühle anderer verantwortlich sind.

Vernachlässige nicht dein eigenes Feld, um das eines anderen zu jäten. -Chinesisches Sprichwort

6. Du brauchst ständig Kontrolle, um dich gut zu fühlen

Jeder braucht Kontrolle über die Ereignisse in seinem Leben. Niemand möchte schließlich in ständiger Unsicherheit und Chaos leben.

Co-Abhängige brauchen allerdings mehr Kontrolle als der Durchschnitt, um sich sicher und geborgen zu fühlen. Dahinter steckt eine tiefe Angst, angreifbar und verletzlich zu sein.

Typisch sind Perfektionismus und penible Ordnung. Oder auch sinnloses Verausgaben (z. B. im Job oder beim Sport), um nicht die Kontrolle zu verlieren. Cosüchtige neigen dazu, ihre Partner und Familienmitglieder streng im Auge zu behalten.

Du brauchst andere Menschen, die sich auf eine bestimmte Art und Weise verhalten, damit du dich in Ordnung fühlst. Dieser Kontrollzwang wird besonders auf einen suchtkranken Menschen angewendet:

Du versuchst dann ständig, mit Zureden und Belehrungen die Sucht des Alkoholikers zu kontrollieren.

Die Meister sehen die Dinge, wie sie sind, versuchen jedoch nicht, sie zu kontrollieren. Sie lassen sie ihren eigenen Weg gehen und wohnen im Mittelpunkt des Kreises. – Laotse

7. Du orientierst dich stark an deiner äußeren Umwelt

Co-Abhängige neigen dazu, ihre Zeit damit zu verbringen, über andere Menschen oder Beziehungen nachzudenken. Oft versuchen sie zu entschlüsseln, was ein anderer denkt oder fühlt und warum.

Sie tun das, weil sie sich von der Zuneigung anderer Menschen abhängig machen und Angst vor Ablehnung haben. Ihre Gedanken kreisen sich oft darum, ob sie in irgendeiner Art etwas falsch gemacht haben könnten.

Sie sind regelrecht davon besessen, unter keinen Umständen Fehler zu machen. So sehr schnürt die Angst, von anderen zurückgewiesen zu werden.

Meistens sind sie so gefühllos für sich selbst, dass sie gar nicht wissen, was sie eigentlich brauchen und fühlen. Und falls doch, sprechen sie nicht gerne darüber.

Du hast viel zu viel Angst, anderen zur Last zur fallen, wenn du ihnen deine Wünsche ehrlich mitteilst. Es bereitet dir große Schwierigkeiten, deine Gedanken, Bedürfnisse und Gefühle offen zu kommunizieren. Du traust dich zum Beispiel nicht, auszudrücken, wenn dir etwas nicht gefällt. Stattdessen tust du lieber so, als wäre das für dich okay.

Diese starke Außenorientierung hält dich grundlegend davon ab, dein eigenes Leben zu leben.

Wenn wir unsere eigenen Bedürfnisse nicht ernst nehmen, tun es andere auch nicht. – Marshall B. Rosenberg

8. In dir stecken viele schmerzhafte Emotionen

Co-Abhängigkeit erzeugt permanenten Stress im Alltag und führt zu Schmerz und Leid, zum Teil sogar unbewusst.

Ein niedriges Selbstwertgefühl und tief sitzende Schamgefühle erzeugen eine ständige Angst:

  • Abgelehnt oder verlassen zu werden
  • Fehler zu machen
  • Selbst ein Fehler zu sein
  • Allein zu sein
  • Verurteilt zu werden
  • Gefangen zu sein

Diese inneren Ängste rufen Wut, Groll, Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit in dir hervor.

Dadurch besteht die Gefahr, sowohl von diesen Gefühlen regelrecht überrollt und überfordert zu werden, als auch in Depression zu verfallen.

Die Verzweiflung schickt Gott nicht, um uns zu töten, er schickt sie, um neues Leben in uns zu erwecken. – Herman Hesse

9. Du machst dich von anderen Menschen emotional abhängig

Obwohl Co-Abhängige erwachsen sind und somit selbstständig leben können, haben sie Angst davor, von anderen Menschen verlassen oder zurückgewiesen zu werden. Viele müssen immer in einer Beziehung sein, weil sie sich sonst einsam und niedergeschlagen fühlen.

Deswegen fällt es dir schwer, eine Beziehung zu beenden – selbst wenn diese Beziehung schmerzhaft oder gar missbräuchlich ist.

Du fühlst dich gefangen, denn eigentlich weißt du ja, dass eine Trennung sinnvoll ist. Aber deine tiefe Angst, ohne diesen Menschen allein und verloren zu sein, ist meistens größer als das Leid innerhalb der Beziehung.

Aus diesem Grund fällt es vielen co-abhängigen Menschen schwer, ihre toxischen oder alkoholkranken Partner zu verlassen.

Sie halten sich vollkommen verzweifelt an jedem Strohhalm fest, um diesen Menschen, von dem sie ihr Glück abhängig machen, nicht zu verlieren.

Meistens bleiben Cosüchtige Opfer ihrer eigenen Hoffnungen, weil sie ihr Schicksal in die Hände eines anderen gelegt haben. Bevor die Beziehung zerbricht, haben sie sich oft bereits selbst zerstört.

Das ganze Geheimnis des Daseins ist, keine Furcht zu haben. Fürchte nicht, was aus dir wird, und hänge von niemanden ab. – Swami Vivekananda

10. Du verleugnest dich und deine Bedürfnisse

Manchmal führt deine Aufopferung dazu, dass du gar nicht mehr für dich selbst lebst. Du bist immer stark und sofort zur Stelle, wenn jemand Hilfe benötigt.

Wenn du allerdings Selbst mal Hilfe benötigst, kannst du nicht danach fragen und erst recht keine annehmen. Du vergisst deine eigene Verletzlichkeit und verleugnest gleichzeitig dein Bedürfnis nach echter Liebe und Intimität.

Cosüchtige sind geübt darin, ihre Gefühle und Bedürfnisse zu verleugnen.

Da sie oftmals gar nicht wissen, was sie selbst fühlen, konzentrieren sie sich darauf, was andere fühlen. Sie achten darauf, was andere Menschen brauchen könnten, statt sich ihrer eigenen Wünsche bewusst zu werden.

Sie sehen nicht, dass sich dieses Verhalten negativ auf ihren Alltag auswirkt. Es fällt ihnen schwer, sich ihrem eigentlichen Problem bewusst zu werden:

Dass sie co-abhängig sind.

Stattdessen denken sie, das Problem sei jemand anderes (z. B. der Alkoholiker) oder sie empfinden sich typischerweise als Opfer ihrer Umstände (z. B. der Zerfall der Familie). In ihrer Verzweiflung und Hilflosigkeit versuchen sie, ihre Situation mit allen Mitteln zu entschärfen. Oder die Menschen, die sie für ihre Lage verantwortlich machen, zu ändern.

Dabei wird etwas ganz wichtiges übersehen – nämlich etwas, was wirklich helfen würde:

Die eigene Rolle hinterfragen und das eigene Verhalten offen und ehrlich reflektieren.

Selbstverleugnung ist einfach eine Methode, durch die der Mensch seine Weiterentwicklung hemmt. Oscar Wilde

Fazit

Als Kind eines alkoholkranken Vaters bin ich bereits sehr früh co-abhängig geworden.

Mit einem Zwang zur Kontrolle wuchs ich automatisch auf, entsorgte Flaschen und redete immerzu auf meinen Vater ein, er möge bitte mit dem Trinken aufhören. Ich tat alles dafür, den Schein einer intakten Familie nach außen zu wahren.

Mich um meinen Vater zu kümmern, gab mir Sicherheit und nahm mir sogar ein bisschen die Ohnmacht. Folglich gab es mir auch immer noch ein gutes Gefühl, mich als Erwachsene ständig um andere zu kümmern.

Ich durstete als Kind nach der Liebe und Anerkennung meiner Eltern, die aufgrund der Belastung durch die Alkoholsucht nicht in der Lage waren, mir genügend Aufmerksamkeit zu schenken.

Dieses Defizit habe ich bis ins Erwachsenenalter mitgenommen.

Viele Jahre war ich immer noch bereit, mich vollständig auf die Bedürfnisse anderer Menschen zu konzentrieren, während ich meine eigenen unbeachtet ließ.

„Nein“ sagen war für mich unmöglich und ich hatte auch keine Ahnung, wie man gesunde Grenzen setzt. Ständig orientierte ich mich an meiner Umwelt und machte mich abhängig von dem, was andere von mir denken.

Ich habe in meiner Kindheit nie gelernt, ein gesundes Selbstwertgefühl zu entwickeln – im Gegenteil, ich habe mich selbst immer als nicht gut genug empfunden. Ich hatte weder Vertrauen in meine Fähigkeiten noch das Gefühl, bedeutsam zu sein, ohne etwas zu leisten.

Ich habe nie gewusst wer ich war, was ich im Leben will oder was ich brauche, weil ich mich die meiste Zeit meines Lebens selbst verleugnete. Groll, Missmut, Verzweiflung und Schmerz haben mich ständig im Leben begleitet.

Das habe ich nie in Frage gestellt, denn ich übernahm von meinen Eltern den Glaubenssatz:

Das Leben ist ein Kampf und es ist leidvoll.

Aber das stimmt nicht.

Ich fürchtete mich lange Zeit vor diesen 2 Dingen:

  1. Mich mit mir selbst auseinanderzusetzen
  2. Verantwortung für mein eigenes Leben zu übernehmen

Sobald ich aber bereit war, meine lange Zeit gelebte Opferrolle zu verlassen, folgten zwar noch ein paar innere Kämpfe, das Leid ließ aber immer mehr nach und transformierte sich zu Glück.

Co-Abhängigkeit und seine Symptome zu verstehen, bedeutet, sich selbst zu verstehen, sich selbst zu spüren, seine Bedürfnisse wahrzunehmen und vor allem:

Verantwortung für sich zu übernehmen.

Egal wo wir gerade im Leben stehen, jeder von uns trägt die Stärke und den Mut in sich, sich sein Glück und ein erfülltes Leben selbst zu erschaffen. Auch du kannst es schaffen!

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Kommentare
  • Nihan
    Antworten

    Liebe Mel,
    vielen Dank, dass Du Deine intimen Gedanken mit uns teilst und zumindest mir dabei hilfst, mich nicht wie ein Außerirdischer zu fühlen, der allein ist mit seinen Problemen auf der Welt. Und genau das ist es, was es auch ganz gut beschreibt, denke ich.. Ich habe mich in eine eigene, der realen Welt ganz fremden Galaxie befunden, die ich mir selbst geschaffen habe, weil ich die Situationen um mich herum nie ertrug, weil ich so sensibel wurde mit meinen Erlebnissen in der Kindheit. Heute, mit 28 Jahren, habe ich ein kleines Erwachen erlebt, was mir ganz klar zeigte, dass ich in einer komplett anderen Welt gelebt habe, als auf der auf der ich tatsächlich bin. Das Achtsamwerden für mich selbst hat mir dabei geholfen und meinen Selbstwert wieder aufgemöbelt, Dein Artikel passt sehr gut zu meinem Erlebten und gibt mir Kraft, mich nicht einsam zu fühlen, dafür noch einmal meinen ganz großen Dank!
    N

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