Die Sucht eines nahe stehenden Menschen kann das eigene Leben sehr belasten und nicht selten ist man mit der Situation völlig überfordert. Alkoholkranke Menschen, aber insbesondere auch deren Familienmitglieder brauchen oft dringend Hilfe.

Du bist auf der Suche nach Unterstützung und Rat? Du möchtest mit jemanden vertraulich über dein Problem reden können? Du hast Fragen zur Suchtkrankheit Alkoholismus?

Hier findest du eine Auflistung aller möglichen Anlaufstellen:

Arzt des Vertrauens

Der eigene Hausarzt bietet sich als erste Vertrauensperson an, wenn du dich noch nicht vielen Personen mitgeteilt hast. Er gibt dir grundlegende Informationen zum Thema Alkoholsucht, erklärt dir was eine Entgiftung ist und bespricht mit dir die einzelnen Stufen einer Entwöhnungstherapie.

Vielen Ärzten fehlt allerdings die Praxiserfahrung in der Suchtkrankenhilfe. Somit kann im Gespräch oft nicht so tief auf die Problematik eingegangen werden, wie in einer spezialisierten Beratungsstelle. Der Arzt deines Vertrauens kann dich aber trotzdem unterstützen und entsprechend an weitere Anlaufstellen verweisen.

Am wichtigsten ist es jedoch, einen Anfang in die richtige Richtung zu machen, indem man sich jemandem anvertraut und mit ihm über die Belastung spricht. Ein Arzt unterliegt außerdem der Schweigepflicht. Dein Gespräch ist also immer streng vertraulich.

Beratungstelefon

SuchtHotline

Die SuchtHotline ist wohl die bekannteste Telefonnummer in Suchtfragen. Mit Sitz in München gewährleistet dieser Verein bereits seit 40 Jahren eine 24-Stunden Beratung für Betroffene und Angehörige. Die Berater sind rund um die Uhr bundesweit unter der kostenlosen Nummer erreichbar – ganz anonym, unverbindlich und sogar mehrsprachig.

Das ehrenamtliche Team ist jederzeit kompetent, einfühlsam und verständnisvoll. Neben der Beratung zu sämtlichen Suchtmitteln (Alkohol, Nikotin, Medikamente usw.) beantwortet die SuchtHotline darüber hinaus auch juristische und medizinische Fragen.

Telefonberatung: 089 / 28 28 22 (24h Hotline)
Webseite: suchthotline.info
E-Mail: kontakt@suchthotline.de

Sucht- & Drogen-Hotline

Die Sucht- & Drogen-Hotline ist seit 2003 ein Zusammenschluss mehrerer regionaler Drogennotruf Einrichtungen und bietet ebenfalls ein umfangreiches Beratungsangebot. Die Rufnummer ist täglich 24 Stunden (kostenpflichtig) erreichbar und steht Betroffenen als auch Angehörigen in sämtlichen Sucht- und Drogenfragen zur Seite.

Die Berater werden regelmäßig geschult, um stets den gleichen Qualitätsstandard erhalten zu können. Auch hier wird Ratsuchenden jederzeit anonym, einfühlsam und kompetent geholfen.

Telefonberatung: 01805 / 31 30 31 (24h-Hotline – 14 ct/Min, mobil ggf. höher)
Webseite: sucht-und-drogen-hotline.de
E-Mail: poststelle@bzga.de

Eine telefonische Beratung ist meiner Meinung nach eine sehr wichtige und starke Unterstützung, insbesondere für diejenigen die Wert auf Anonymität legen. Durch die durchgängige Erreichbarkeit gibt es im Notfall immer jemanden, der für einen da ist. Du musst dich also niemals einsam oder hilflos fühlen, egal ob an einem Feiertag oder mitten in der Nacht.

Beratungsstellen

Suchtberatungsstellen gibt es in den meisten Städten und Kreisen und richten sich nicht nur an Suchtkranke. Auch als Angehöriger solltest du professionelle Hilfe in Anspruch nehmen und die Angebote der Beratungsstellen für dich nutzen. Mit Fachleuten über das eigene Anliegen zu sprechen ist anonym, unverbindlich und kostenfrei.

Man bestimmt dabei selbst, inwiefern man das Beratungsangebot nutzen möchte. So bietet sich für jeden die Gelegenheit, mit einer neutralen Person vertraulich und offen über Sorgen und Probleme zu sprechen. Auch auf suchtspezifische, rechtliche oder finanzielle Fragen kann dabei detailliert eingegangen werden. Darüber hinaus lassen sich unterdessen auch oft schon erste Lösungen und Strategien für die alltäglichen Belastungen erarbeiten.

Über das Suchthilfeverzeichnis der DHS (Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen e.V.) findest du eine passende Beratungsstelle in deiner Nähe. Gelistet sind etwa 1.400 ambulante Suchtberatungsstellen und 800 stationäre Suchthilfeeinrichtungen.

suchthilfeverzeichnis.de

Das Angebot dieser Beratungsstellen bezieht sich auf Deutschland. Weiterführende Informationen für Angehörige aus der Schweiz und Österreich gibt es unter:

suchtindex.ch für Angehörige aus der Schweiz

suchthilfekompass.goeg.at für Angehörige aus Österreich

Selbsthilfegruppen

In einer Selbsthilfegruppe triffst du (i. d. R. 1x wöchentlich) auf Menschen in derselben Situation, mit denen du dich vertraulich austauschen kannst. Jeder kann offen über seine Gefühle und Gedanken sprechen und oftmals finden sich Parallelen zu den Verhaltensweisen und Gefühlen der anderen Teilnehmer. Man trifft dabei auf ganz viel Verständnis und das Zugehörigkeitsgefühl in solch einer Gruppe ist sehr stark.

Dabei wirst du ganz schnell feststellen, dass du mit deinen Problemen nicht alleine bist. Wie kommen andere mit der Alkoholsucht eines geliebten Menschen zurecht und wie lösen sie ihre Alltagsprobleme? Besonders in Momenten, in denen man verzweifelt, rat- und hilflos ist, kann es sehr hilfreich sein auf Menschen mit ähnlichem Schicksal zu treffen.

Auch das Austauschen mit abstinenten Mitgliedern, also „trockenen Alkoholikern“ kann dich dabei unterstützen, die Gefühle und Gedanken eines Suchtkranken besser zu verstehen. Es hilft dir als Angehöriger oder Freund, das Thema Alkoholismus auch einmal „von der anderen Seite“ zu betrachten.

Eine passende Selbsthilfegruppe lässt sich über das Suchthilfeverzeichnis der DHS finden oder entsprechend im Suchtindex für Schweizer und mit Hilfe des Suchthilfekompass für Österreicher.

Aber auch eine Beratungstelle hält passende Informationen bereit. Oder du wendest dich direkt an folgende Adressen:

Al-Anon Familiengruppen

al-anon.de – Selbsthilfegruppen für Angehörige und Freunde von Alkoholikern
Schweiz: al-anon.ch
Österreich: al-anon.at

Nacoa

nacoa.de – Interessenvertretung für Kinder aus Suchtfamilien

Anonyme Alkoholiker

anonyme-alkoholiker.de – Anonyme Alkoholiker (AA) Interessengemeinschaft e. V.
Schweiz: anonyme-alkoholiker.ch
Österreich: anonyme-alkoholiker.at

Blaues Kreuz

blaues-kreuz.de – Suchthilfeverband mit Beratungstellen und Suchthilfegruppen
Schweiz: blaueskreuz.ch
Österreich: blaueskreuz.at

Freundeskreise

freundeskreise-sucht.de – Gesprächsgruppen, in denen Suchtkranke und Angehörige zusammenkommen

Kreuzbund e. V.

kreuzbund.de – Selbsthilfe- und Helfergemeinschaft für Suchtkranke und Angehörige

Guttempler

guttempler.de – Suchtselbsthilfe durch Gesprächsgruppen sowie professionelle Unterstützung

Cosucht Frei

Cosucht Frei ist entstanden, um das Thema Alkoholsucht aufzugreifen und dabei (erwachsene) Kinder der Alkoholkranken in den Mittelpunkt zu stellen. Hier geht es um die Bedürfnisse, Gefühle und Gedanken derjenigen, deren Kindheit durch das Trinken eines anderen betroffen ist.

Du erhältst auch hier genau die Beachtung und Unterstützung, die du für deine Situation brauchst. Das beinhaltet hilfreiche Artikel zum Thema Alkoholismus, Co-Abhängigkeit sowie Tipps und Hilfe für deine Probleme und deinen Alltag.

Als Tochter eines Alkoholikers habe ich den Verlauf der Alkoholkrankheit miterlebt und kann jeden deiner Gedanken und Gefühle, die in dir aufkommen, verstehen und nachempfinden. Ich habe meine Co-Abhängigkeit überwunden und kann auch dir dabei helfen deine zu überwinden.

Willst du mehr über mich erfahren? Meine ganze Geschichte kannst du hier nachlesen.

Ich weiß, dass du dich nicht in einer Sackgasse befindest und du genau wie ich, einen Weg aus deiner misslichen Lage herausfinden kannst. Schreibe mir eine E-Mail wenn du mich persönlich kontaktieren möchtest oder tritt der Cosucht Frei Community auf Facebook bei und tausche dich mit anderen Mitgliedern aus. Ich bin für dich da!

Fazit

Oft befindet man sich als Angehöriger eines Suchtkranken in einer schwierigen und aussichtslosen Situation. Man ist mit den gegebenen Umständen völlig überladen, fühlt sich einsam und hilflos. In solch schlechten Zeiten zieht man sich gerne zurück, denn es fällt einem schlichtweg schwer, der Zukunft positiv und mit Hoffnung zu begegnen. Aber insbesondere in diesen Momenten ist es wichtig, sich Hilfe zu suchen und sich anderen gegenüber zu öffnen, ob in einer Gruppe oder im Einzelgespräch.

Vergiss niemals: Auch du als nicht süchtiger Mensch hast ein Recht auf Unterstützung. Das Zusammenleben und Interagieren mit einem Suchtkranken ist eine ständige Herausforderung. Der Besuch einer Selbsthilfegruppe oder das Gespräch bei einer Beratungsstelle ist somit kein Zeichen von Schwäche. Im Gegenteil, du begegnest deinem Problem mit Verantwortung und zeigst Stärke, indem du mit gutem Beispiel voran gehst.

Du bist nicht alleine und besitzt mehr Kraft als du denkst. Mache noch heute den ersten Schritt in Richtung Freiheit und suche dir Unterstützung. Du kannst alles schaffen und bewältigen!

Hast du bereits Erfahrungen mit einer der oben genannten Anlaufstellen gemacht? Was hast du daraus mitnehmen können? Ich bin gespannt auf deinen Kommentar!

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