»Egal wie sehr du deine Familie liebst –

die einzige Person, für die du Verantwortung übernehmen kannst,

bist du selbst.«

MEIN PAPA, DER ALKOHOL UND ICH

Mein Name ist Mel, 30 – Coach. Autorin. Herzmensch. Weltentdecker.

Ganz ehrlich: Das Leben ist wunderschön! Aber das war nicht immer so.
Ich bin als Kind eines Alkoholikers aufgewachsen. Ich wurde meiner Kindheit durch eine schrecklich schmerzhafte Krankheit beraubt – eine Krankheit über die niemand sprach, selbst ich nicht.
Lange Zeit habe ich mir auch nie die Frage gestellt, wie meine wirkliche Vergangenheit war oder welche Folgen sie für mich hatte. Ich hatte sie einfach verdrängt. Begraben.

Meine Mutter blieb zweifellos weiterhin in meinem Leben, aber von meinem alkoholkranken Vater wandte ich mich ab. Zu viele Enttäuschungen, zu viele Lügen, zu viel Schmerz. Ich wollte einfach nichts mehr von ihm wissen. Bis zu dem Tag, als meine Mutter es nicht mehr mit ihm aushielt und ich gezwungen war, mich mit dem Alkoholismus auseinanderzusetzen.

Die meisten Menschen um mich herum dachten, ich käme aus einer intakten Familie, die normal und in Ordnung war. Ich hatte nie viele Freunde und meine Noten in der Schule waren nicht besonders gut. Ich hatte keine nennenswerten Hobbies oder besondere Interessen und auch mein Studium schloss ich ohne echte Motivation ab.

Das Aufwachsen mit einem Süchtigen brachte ich damals nie mit mir oder meinem Verhalten in Verbindung. Ich bemühte mich, etwas aus meinem Leben zu machen, verstand aber wie Millionen andere nicht den Sinn des Lebens und lebte somit die meiste Zeit vor mich hin.

Heute weiß ich, dass ich lange Zeit krank gewesen bin und meine Kindheit keiner normalen Kindheit entsprach.

Ich wuchs auf und sah dabei mit an, wie mein Papa sich schrecklich benahm oder sich ohne Erklärung komplett von seiner Familie zurückzog. Ich beobachtete meine Mutter dabei, wie sie sich aussichtsslos bemühte und oft betete, in der Hoffnung, dass es eines Tages einfach aufhören würde.

Ich sah mit an, wie meine Eltern sich gegenseitig anschrien, beschimpften und körperliche Gewalt austauschten. Ich schaute dabei zu, wie meine Großeltern das Problem ihres Sohnes völlig verdrängten.

ÜBER UNSERER FAMILIE LAG EIN SCHWERER SCHLEIER

Durchtränkt mit Wut, Furcht, Scham und Trauer. Nach außen taten wir allerdings immerzu, als sei alles in bester Ordnung.

Der Alkohol wirkt sich immer auf die ganze Familie aus. Die Aufmerksamkeit aller Angehörigen ist auf die Alkoholprobleme des Suchtkranken gerichtet, sodass Bedürfnisse und Gefühle von Kindern unberücksichtigt bleiben.

Ich glaubte immer, ich wäre nicht gut genug, um glücklich sein zu dürfen. Ich sehnte mich danach, so ein zu Hause zu haben, wie meine Klassenkameraden. Ich traute mich nie, Freunde mit nach Hause zu bringen, weil ich befürchtete, meinen Vater betrunken vorzufinden.

Im Laufe der Jahre entwickelte ich Hass gegenüber dem, was die Krankheit mit meiner Kindheit und meiner Familie angerichtet hatte. Aber ich trank nie, also dachte ich es sei alles in Ordnung mit mir.

So früh wie möglich zog ich aus meinem Elternhaus aus. Ich glaubte, dass meine Sorgen aufhören würden, wenn ich meine Umgebung verließ. Aber der Schmerz hörte nicht auf, ich unterdrückte ihn bloß. Noch Jahre später trug ich dieses Mal.

Mein Vater trank weiter und erreichte irgendwann seinen persönlichen Tiefpunkt. Er verlor seinen Führerschein, seine Arbeit und letztendlich auch seine Frau.

Niemand von uns wusste damals, dass er an einer echten Krankheit leidet, die ohne Behandlung zu einem langsamen und schrecklichen Selbstmord führt. Jeder in der Gesellschaft trank Alkohol, aber niemand sprach jemals über Alkoholismus. Also gaben wir uns der Illusion hin, er würde gar nicht existieren.

Ich habe meinen Vater immer geliebt

Von ganzem Herzen. Ich habe ihn nur nie verstehen können.

Mein Vater wollte nie aufhören zu Trinken. An seinem persönlichen Tiefpunkt war er nicht mehr in der Lage den Alkoholismus zu bekämpfen. Zu viele Folgen hatte er bereits davon getragen. Zu sehr war seine Krankheit schon fortgeschritten. Er gab sich selbst auf. Bei mir machte es allerdings Klick. Es gelang mir, endlich aufzuwachen. Der Wahrheit ins Gesicht zu sehen und sie zu schlussendlich auch zu akzeptieren.

Um mich wirklich zu erholen, musste ich mich mit meiner Kindheit auseinandersetzen. Alle Qualen und Schmerzen abermals durchleben, um von ihnen frei zu kommen. Zum Glück habe ich Hilfe und Unterstützung zu erhalten, um den Kreislauf von Erniedrigung, Leid und mangelndem Selbstwertgefühl zu durchbrechen.

Als ich verstand, dass Alkoholsucht eine Krankheit ist, konnte ich mich von der ganzen Wut, die sich über Jahre angesammelt hatte lösen und meinem Vater vergeben. Als ich gleichzeitig begriff, was Co-Abhängigkeit bedeutet, fügten sich alle weiteren Puzzlesteine zusammen. Meine Erleichterung war grenzenlos, endlich eine Erklärung für mein Sein gefunden zu haben.

Heute kann ich glücklich und dankbar sagen: Ich habe den Teufelskreis Alkoholismus durchbrochen.
Oder anders ausgedrückt:
Die Genesung von meiner Co-Abhängigkeit hat mir mein Leben ein zweites Mal geschenkt. 

WAS ICH GESCHAFFT HABE WILL ICH AUCH FÜR DICH

Ich will, dass auch du deine Chance ergreifst und ein normales und glückliches Leben führst.

Ich will, dass du die Liebe zu dir entdeckst und den Dingen nachgehst, die dich bereichern.
Ich will, dass du dich grenzenlos lebendig und frei fühlst und selbst bestimmst, wie dein Leben aussieht.
Wenn auch du das willst, dann bist du auf Cosucht Frei genau am richtigen Ort.
Für jedes Kind aus einer Alkoholikerfamilie gibt es Hoffnung. Es ist nie zu spät. Ich habe es geschafft und auch du wirst es schaffen.
Ich bin so froh, dass du mich gefunden hast!
In Verbundenheit
deine_mel

Hinweis: Die Informationen auf dieser Website ersetzen nicht die professionelle Diagnostik, Beratung und Therapie durch einen Arzt, Heilpraktiker oder Psychologen. Das vorzufindende Informationsangebot dient zur Selbsterfahrung und Selbstheilung und die Anwendung unterliegt deiner eigenen Verantwortung.